
Warum die Gründung des Instituts für christliche Bilderwelten jetzt wichtig ist
Forschung für Zeugnisse kultureller Herkunft und Identität
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Die Arbeit des Instituts verfolgt also einen wissenschaftlichen Ansatz? Wer findet Zugang zur Forschung innerhalb der Einrichtung?
Dr. Maria Baumann: Das Institut verfolgt eine pastorale Aufgabe der aktiven Glaubensvermittlung. Die Sammlung zeichnet die Besonderheit aus, dass sie in direkter Verbindung mit der kunst- und kulturhistorischen Sammlung des Bistums zusammen betrachtet und interdisziplinär erforscht werden kann. Das Institut integriert in seine Forschungsfragen Ansätze und Ergebnisse der Theologie, der Erforschung soziokultureller Kontexte, der Ikonografie und der Ikonologie. Es kann hier z. B. das Studium der Theologie und Religionspädagogik ergänzen. Das Institut wird nicht als Museum konzipiert und damit keinen ständigen Ausstellungsbereich mit Öffnungszeiten beinhalten. Es folgt dem wissenschaftlichen Standard zur Bearbeitung von Objektkomplexen: Zusammenführung der zu bearbeitenden Sammlungskomplexe nach Thema oder Gattung, die das Arbeiten am Original ermöglicht. Die Objektbearbeitung findet im Gebäude ebenso ihren Platz wie die Arbeitsmöglichkeiten für externe Fachwissenschaftler und Interessierte.
Wo wird das Institut angesiedelt und wie wird das Projekt finanziert?
Dr. Maria Baumann: Das Institut soll laut jetziger Planungen in der Regensburger Altstadt umgesetzt werden: Bei der Schwarzen-Bärenstraße 2 handelt es sich um ein Baudenkmal, das vom Domkapitel saniert wird. Die Liegenschaft wurde 2010 durch das Domkapitel Regensburg KdöR vom Freistaat Bayern erworben. Die letzte umfassende Sanierung des Gebäudes fand in den 1970iger Jahren statt. 2013 erfolgte die Sanierung einer Ladeneinheit im Erdgeschoss. Daher ist eine Sanierung des historisch wertvollen Gebäudes jetzt nötig. Das Gebäude birgt auch die romanische Galluskapelle, deren Portal noch heute die Fassade des Gebäudes auffällig prägt. Die in den 2010er-Jahren ursprünglich geplante Sanierungsmaßnahme fand nicht statt. Das Domkapitel investiert in den Erhalt des Baudenkmals und zugleich in einem Gebäudetrakt in Wohnraumbeschaffung. In Kooperation mit der OTH Regensburg hat die Bauforschung begonnen. Die Planung zur Sanierung ist angelaufen. Unser Ziel ist eine Eröffnung 2026.
Die Mittel für die Fachstelle religiöse Volkskunst sind im Haushaltsplan der Abteilung Kunst und Denkmalpflege festgeschrieben und werden sowohl für einzelne Ankäufe, vor allem aber für wissenschaftliche Forschung, Restaurierung und die Konzeption von Ausstellungen verwendet. Für den Ausbau des Instituts werden rund zehn Prozent Fördermittel erwartet. Eine Unterstützung aus privaten Spenden kann mit 250.000 € veranschlagt werden. Ebenso wird bereits vorhandene Ausstattung und Mobiliar im Wert von ca. 30.000 € wiederverwendet. Die restlichen Mittel trägt die Diözese aus Kirchensteuereinnahmen. Damit wird ein wichtiger Grundstein für die Bewahrung kulturellen und glaubensgeschichtlichen Erbes für die Zukunft gesetzt.
(jas)
Unser Titelbild zeigt eine handgefertigte Holzkrippe aus Böhmen.

Dr. Maria Baumann, Leiterin der Abteilung Kunst und Denkmalpflege.