bischof voderholzer mit kaplänen

Bischof Voderholzer betont Bedeutung der Eucharistie, des Ehrenamts und einer missionarischen Kirche

Begegnungstag der Kapläne in Haus Werdenfels


Werdenfels, 6. Mai 2025 

Beim Begegnungstag der Kapläne im Haus Werdenfels hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zentrale Herausforderungen und Perspektiven für die Zukunft der Kirche im Bistum Regensburg benannt. 21 Kapläne, die zwischen 2018 und 2025 geweiht wurden, nahmen an der Zusammenkunft teil. Im Mittelpunkt standen Fragen der pastoralen Entwicklung, der Weltkirche sowie der Rolle von Ehrenamt und Eucharistie im kirchlichen Leben. Die Fortbildungsmaßnahme wurde von Domkapitular Dr. Josef Kreiml geleitet.

„Die sonntägliche Eucharistiefeier ist durch nichts zu ersetzen“ und „Wir werden noch viel stärker auf das Ehrenamt setzen müssen“ – mit diesen beiden Aussagen umriss Bischof Voderholzer gleich zu Beginn wesentliche Leitlinien für die pastoralen Planungen bis 2034.

Weltkirche, Papst Leo XIV. und aktuelle Entwicklungen

In seinen einleitenden Worten erinnerte der Regensburger Bischof an das Konklave des vergangenen Jahres, aus dem Papst Leo XIV. als neues Oberhaupt der katholischen Kirche hervorgegangen war. Zugleich nahm er Bezug auf aktuelle kirchenpolitische Debatten – etwa auf die Diskussionen um Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare.

„Die Linie in Regensburg wurde durch Papst Leo bestätigt“, sagte Bischof Voderholzer mit Blick auf die jüngsten Klarstellungen des Papstes.

Darüber hinaus verwies der Bischof auf zwei bedeutende Jubiläen: den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi sowie das 750-jährige Jubiläum des gotischen Doms von Regensburg. In diesem Zusammenhang ermutigte er die Kapläne, an der Priesterweihe am 27. Juni im Regensburger Dom teilzunehmen und dem Neupriester durch ihre Anwesenheit und Handauflegung Verbundenheit zu zeigen.

Eindrücklich schilderte Voderholzer zudem seine Erfahrungen einer Reise mit Missio nach Madagaskar. Dort sei die Kirche in besonderer Weise auf ehrenamtliche Katechisten angewiesen. „Ohne das ehrenamtliche Engagement ausgebildeter Katechisten ginge nichts. Es sind viele kleine Gemeinschaften, die von den Katechisten zusammengehalten werden“, berichtete der Bischof.


Diskussion über Weltkirche und PE 34

Im weiteren Verlauf der Diskussion ging es auch um das Verhältnis der deutschen Kirche zur Weltkirche. Bischof Voderholzer sprach von einem seit der Reformation bestehenden „antirömischen Affekt“, der bis heute nachwirke. Mit Papst Leo XIV. habe es jedoch eine „Entkrampfung und Entspannung“ gegeben. Den Kaplänen empfahl er Reisen nach Rom, um die Weltkirche unmittelbar zu erleben.

Breiten Raum nahm schließlich der Austausch über die pastoralen Planungen 2034 ein. Die vorgesehenen größeren Pfarreiengemeinschaften werfen nach Einschätzung der Kapläne zahlreiche praktische Fragen auf – etwa hinsichtlich der persönlichen Bindung zu den Gläubigen, der Zukunft kirchlicher Gebäude oder der Präsenz in Schulen und im Religionsunterricht.

Gewisse Aufgaben müsse man verteilen und Schwerpunkte setzen. Die Gläubigen müssten zur Katholizität angeleitet werden, erklärte Bischof Voderholzer. Ziel sei ein stärkeres Zusammenwachsen der Gemeinden über lokale Grenzen hinweg. Neben den Pfarreien hob der Bischof insbesondere die Bedeutung kirchlicher Verbände, geistlicher Zentren, Ordensgemeinschaften und geistlicher Bewegungen hervor. Diese eröffneten zusätzliche geistliche Perspektiven und stärkten das kirchliche Leben. Bei den kirchlichen Gebäuden liege der Schwerpunkt weiterhin auf den Kirchen selbst, die vor allem „in den Herzen der Menschen verwurzelt“ seien. 

Predigt über Paulus und Zeiten des inneren Reifens

Den Abschluss des Begegnungstages bildete ein Gottesdienst in der Hauskapelle. In seiner Predigt griff Bischof Voderholzer die Tageslesung aus der Apostelgeschichte (Apg 15, 1–6) auf, die von Paulus und Bárnabas handelt.

Anhand einer Passage aus dem jüngst aufgelegten Buch „Der Herr hält unsere Hand“ mit privaten Predigten von Papst Benedikt XVI. sprach der Bischof über die Zeit des Rückzugs und inneren Reifens des Apostels Paulus nach dessen Konflikt mit Bárnabas. „In der Einsamkeit ist die Einheit mit dem Herrn gewachsen“, erläuterte Voderholzer. Diese Phase der Vorbereitung habe Paulus schließlich gestärkt für seinen weiteren Weg bis nach Rom und zum Martyrium.

Text und Fotos: Markus Bauer
(jas)



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