Bischof Rudolf entzündet Friedenskerze für Syrien im Regenburger Dom

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„Fasten und beten für den Frieden in Syrien, im Nahen Osten und in der ganzen Welt“, so lautete der Aufruf von Papst Franziskus an alle Menschen für den Samstagabend. Im gesamten Bistum folgten die Gläubigen dieser Bitte. So auch in der Schottenkirche St. Jakob in Regensburg. Auch der Sonntagsgottesdienst im Dom St. Peter stand im Zeichen des Gebets für den Frieden. Bischof Rudolf Voderholzer hatte alle Gläubigen zur Mitfeier und zum gemeinsamen Gebet aufgerufen. Für den aus Syrien stammenden Jacques Ora, Student am Regensburger Priesterseminar, und seine drei Cousinen Rita, Silvana und Marie war dies ein besonderer Tag, denn sie gestalteten die Gottesdienstfeier mit. Jacques Ora ministrierte, seine Cousinen lasen die Fürbitten und trugen eine große Kerze, eine Kerze für den Frieden, vor den Altar. Bischof Voderholzer entzündete diese und lud alle Gläubigen zum Gebet vor dem Friedenslicht ein. Zum Gebet für Syrien und alle vom Krieg bedrohten Länder. Die Kerze, die mit dem Wort „Frieden“, in den verschiedenen Sprachen unserer Erde, verziert ist, wird auch in den nächsten Tagen im Hohen Dom zu Regensburg vor der Altarinsel verbleiben. Die musikalische Gestaltung des Pontifikalamtes oblag den Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner und dem Männergesangsverein Kasel bei Trier, der ehemaligen Pfarrei von Bischof Rudolf, der den 35-Mann-starken Chor besonders begrüßte.

 

Rita, aus Syrien stammend, trug die 1. Lesung vor.

 

 

Wenn in einem Land unerträgliche Zustände herrschen und die Weltengemeinschaft eine Intervention von außen erwäge, sei dies nicht von Grund auf verwerflich, erklärte Bischof Rudolf Voderholzer und erinnerte damit auch an die Befreiung Deutschlands vom Naziregime. Gleichzeitig lenkte er aber auch den Blick auf beide Irakkriege. Trotz der eindringlichen Warnung und Bitte des Heiligen Vaters waren die USA damals nicht von einem militärischen Eingreifen abzubringen. Dies ziehe stets zahllose Opfer, Zerstörung und die Vernichtung des Christentums mit sich. Für Außenstehende, so der Bischof, sei auch die Situation in Syrien vollkommen unübersichtlich und schlug eine internationale Friedenskonferenz als sinnvolle und mögliche Lösung vor. Allen Betroffenen gelte in diesen Tagen unsere Solidarität, hob Bischof Rudolf hervor und dankte besonders den syrischen Gästen, die an diesem Gottesdienst mitwirkten.

 

Silvana und Marie trugen die "Friedenskerze" vor den Altar ...

 

 

 

 

... und sprachen anschließend die Fürbitten.

 

 

Mit mehr als 800 Menschen war der Regensburger Dom St. Peter an diesem Morgen vollbesetzt. „Ein wichtiges und wertvolles Zeichen für die Menschen in Syrien“, beschreibt Jacques Ora seine Eindrücke nach dem Gottesdienst. Die meisten seiner Familienangehörigen konnten mittlerweile das Land verlassen. Für viele Menschen seines ehemaligen Heimatdorfes ist aber die Lage vollkommen ungeklärt und oft denkt er mit großer Sorge an die bekannten Gesichter von damals, bevor er als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Deutschland ging. Schon viel zu lange dauern die Konflikte in seinem Heimatland an. „Es muss endlich Frieden geben. Das Beste, was wir hier in Deutschland im Moment machen können, ist für den Frieden in Syrien zu beten“, so Jacques Ora.

 

Jacques Ora betet für die Menschen in seinem Heimatland.

 

 

 

 

 

 

Der Männergesangsverein Kasel war zu Gast in Regensburg.

 

 

Der Dom war bis auf den letzten Platz gefüllt, denn zahlreiche Gläubige
waren der Einladung des Bischofs zum Gebet gefolgt.