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Zur Neuigkeit
22. Großer Gebetstag um die Seligsprechung der Resl von Konnersreuth
Heimkehr und Begegnung
Konnersreuth / Regensburg, 24. September 2026
Für den Abt der Benediktinerabtei Metten, Athanasius Berggold, war es wie eine Heimkehr: „Danke für die Einladung, für mich ist das wie ein nach Hause kommen“, sagte er sichtlich bewegt. 47 Jahre nach seinem Abitur im nahen Fockenfeld feierte er am 18. September als Hauptzelebrant und Prediger den 22. Großen Gebetstag um die Seligsprechung der Resl. Die Stigmatisierte nannte er eine „Brückenbauerin“.
Der 22. Große Gebetstag, exakt 64 Jahre nach dem Tod der Resl, begann am Nachmittag mit einer Kreuzwegandacht vom Kloster Theresianum bis zur Kalvarienbergkapelle, mit Pater Benedikt Leitmayr. Um 19 Uhr dann das feierliche Pontifikalamt in der vollbesetzten Pfarrkirche. Mitkonzelebranten waren Monsignore Georg Schwager, Diözese Regensburg, Regionaldekan Georg Flierl, Abt Filip Zdenek Lobkowicz aus dem tschechischen Tepla, Domvikar und Bischofskaplan Bastian Neumann, Pfarrer Martin Otto aus Stein in den Niederlanden sowie ein Pfarrer aus dem tschechischen Asch. Unter den Gästen befanden sich Schwestern des Kloster Waldsassen, Bürgermeister Max Bindl mit den Markträten sowie eine Vielzahl auswärtiger Gläubiger.
In seiner Predigt erinnerte Abt Athanasius Berggold an ein Gedicht von Joseph von Eichendorff: „In den Himmel schauen“. Er erinnerte: „Heuer vor genau einhundert Jahren traten bei der Resl erstmals die Stigmata auf, im kommenden Jahr werden es hundert Jahre, da wollte ein gewisser Fritz Gerlich den Schwindel von Konnersreuth aufdecken.“ Er machte deutlich: „Es geht nicht um Wunder, es geht ums Begreifen. Wir brauchen Brückenbauer, so wie die Resl eine davon war, damit wir Menschen endlich begreifen, dass Gott uns nach seinem Gleichnis geschaffen hat.“
Weiter erinnerte der Abt daran, dass es die Resl war, die Widerstand in einer gefährlichen Zeit leistete. „Nehmen wir diese Zeichen der Resl, es ist in unserer Verantwortung es ihr gleich zu tun, jeder auf seine ganz eigene Weise.“ Mit dem Kirchenlied „Großer Gott wir loben dich“ endete ein knapp 90-minütiger Gottesdienst. Für die Kirchenmusik sorgte die Kirchenchorgemeinschaft Konnersreuth-Mitterteich, an der Orgel saß Matthias Schraml.
Im Anschluss bewegte sich eine feierliche Lichterprozession zum Reslgrab, wo um ein gutes Ende des laufenden Seligsprechungsprozess gebetet wurde. Mit einem Gebet am Theresienbrunnen und dem gesungenen „Engel des Herrn“ endete der 22. Große Gebetstag. Auf Nachfrage sagte der Abt, dass dies heute seine erste heilige Messe in der Konnersreuther Pfarrkirche sei: „Es ist heute für mich eine Art Primiz.“ Später erzählte er aus seiner eigenen Schülerzeit: „Fockenfeld war mich eine prägende und intensive Zeit. Als Schüler waren wir damals auch im Reslhaus, besonders Pater Karl Schacherl hat uns damals vieles erzählt, das mich schon damals sehr beeindruckt hat.“ Ansonsten sei das Thema „Resl“ damals ganz bewusst sehr niedrig gehalten, höchstens hinter vorgehaltener Hand sei darüber gesprochen worden. Auf weitere Nachfrage, ob er Konnersreuth nach 47 Jahren wiedererkannt hat, sagte er: „Ich war schon öfters hier, aber im Vergleich zu früher, hat sich schon vieles getan.“
Am Samstagvormittag ging dann um Berta Meuleberg aus Stein in den Niederlanden, die zu Lebzeiten auf Fürsprache der Resl von schwerer Krankheit geheilt wurde. Monsignore Georg Schwager, zuständig für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse in der Diözese Regensburg, statte der Familie von Frank Janssen, dem Sohn der Berta Meuleberg, einen Besuch ab. Familie Janssen hat schon vor einigen Jahren in Konnersreuth ein Haus gekauft hat und lebt die Hälfte des Jahres hier. Monsignore Schwager ließ sich ausführlich über das Leben von Berta Meuleberg informieren. Dabei wurden auch Originalaufzeichnungen ausgetauscht. Auch Pfarrer Martin Otto aus Stein, übrigens ein gebürtiger Osnabrücker, war dabei. Im Anschluss besuchten alle gemeinsam das Grab der Resl von Konnersreuth.

Text: Josef Rosner
(sig)




