Johann Sebastian Bach, Autograph der h-Moll-Messe

21. März 2026, Samstag der vierten Woche der Fastenzeit

Das Tagesevangelium


Regensburg, 21. März 2026. 

Johann Sebastian Bach feiert heute seinen 341. Geburtstag – er gibt ein himmlisches Konzert im Reich Gottes, in dem er sein darf; das ist unser fester Glaube. Albert Schweitzer schrieb über diesen großen Komponisten, unter dessen Händen die Texte der Evangelien und manch anderes biblisches Wort zu unvergleichlicher Musik wurden: „Er hatte seine Frömmigkeit hineingelegt, und einer verstand sie sicherlich: Gott. (…) Musik ist für ihn Gottesdienst. Bachs Künstlertum und Persönlichkeit ruhen auf seiner Frömmigkeit. Soweit er überhaupt begriffen werden kann, wird er es von hier aus. Kunst war für ihn Religion. Darum hatte sie nichts mit der Welt und nichts mit dem Erfolg in der Welt zu tun. (…) Für ihn verhallen die Klänge nicht, sondern steigen als ein unaussprechliches Loben zu Gott empor.“ Hans-Ruedi Schütz findet dafür den passenden und gültigen Begriff: „Bach ist der fünfte Evangelist. Sein Evangelium predigt er mit seiner vollkommenen Musik.“

Tageslesung

aus dem Buch Jeremia, 11, 18 – 20

Der Herr ließ es mich wissen und so wusste ich es; damals ließest du mich ihr Treiben durchschauen. Ich aber war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass seines Namens nicht mehr gedacht wird. Aber der Herr der Heerscharen richtet gerecht, er prüft Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen, denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

Evangelium vom Tag

aus dem heiligen Evangelium nach Johannes, 7, 40 – 53

In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie die Jesu Worte hörten: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Dieser ist der Christus. Wieder andere sagten: Kommt denn der Christus aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Christus kommt aus dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge. Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; doch keiner legte Hand an ihn. Als die Gerichtsdiener zu den Hohepriestern und den Pharisäern zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen. Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen? Ist etwa einer von den Oberen oder von den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es. Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht auch aus Galiläa? Lies doch nach und siehe, aus Galiläa kommt kein Prophet. Dann gingen alle nach Hause.

Text Evangelium und Lesung: Vatican News, Texte Bach: sig

(sig)

Weitere Infos

Unser heutiges Bild zeigt den Jubilar des Tages, der sein musikalisches Testament in Form einer katholischen Messe hinterließ. Zumindest wird in der Bach-Forschung die Messe in h-Moll, BWV 232, als absoluter Höhepunkt gesehen, die Wahl der Sätze die von ihm selbst gesehene Summe seines Schaffens. Franz Liszt dazu: „Die h-Moll-Messe ist der Mont Blanc der Kirchenmusik … höher kann man in der abendländischen Musik nicht hinaus.“ Und der Gedanke liegt nahe, dass Bach, der immer in lutherischen Kirchen musizierte, der immer bei evangelischen Landesherren arbeitete, doch auch eine klare Vorstellung davon hatte, wo der Grundstein für seine Musik und seine Kultur gelegt ist.



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