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Werden viele gerettet?

  • 24.
    August
    2023
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… mit Benedikt

21. Sonntag im Jahreskreis C – Lukas 13,22-20

„In jener Zeit 22zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. 23Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: 24Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. 25Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt und ihr draußen steht, an die Tür klopft und ruft: Herr, mach uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. 26Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. 27Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! 28Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. 29Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. 30Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.“

Vielleicht wollte dieser eine Mann eine klare Antwort auf eine klare Frage: „Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden?“ Ja oder nein – vielleicht hätte Jesus sogar eine Zahl derer angeben können, die gerettet würden? Nein; Jesus spricht vielmehr in gleichnishaften Worten zu dem Mann und beantwortet seine Frage nicht ganz eindeutig, nicht ganz klar. Zunächst ist ja die Frage des Mannes berechtigt. Wir können sie nachvollziehen. Werden am Ende der Welt viele Menschen gerettet werden oder alle? Ist die Rettung – das ewige Heil – vielleicht gar etwas, in dessen Genuss nur ganz wenige Auserwählte, die großen Heiligen, kommen werden? Oder wird es gar umgekehrt sein und alle Menschen werden gerettet werden?

Jesus benennt zunächst die „enge Tür“. Das bedeutet: Es gibt für jeden Menschen eine Türe zum ewigen Heil. Diese aber steht nicht einfach unbegrenzt offen. Die Türe ist eng und es kann geschehen, dass der Hausherr sie verschließt und die außerhalb Wartenden nicht hineinlassen will. Er wird die Türe geschlossen halten und auf das Unrecht derer verweisen, die da Zutritt begehren. Währenddessen sitzen im Inneren des Hauses – im Reich Gottes – die großen Stammväter Israels, die großen Propheten. Sie haben den Weg gemeistert, sie konnten die enge Türe durchschreiten. Die Worte Jesu machen doch Angst: Wenn es wirklich nur die „Großen“ hineinschaffen in das Gottesreich – was soll dann mit uns geschehen? Wenn wirklich nur die Propheten im Reich Gottes sitzen – wer kann dann noch bestehen?

Und dann spricht Jesus noch einen Satz: Von allen Richtungen des Himmels werden Menschen kommen „und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.“ Was eben noch so eng und unerreichbar erschien, öffnet sich nun für Menschen aus allen Gegenden der Erde. Es sind nicht nur die großen Propheten Israels, die den Weg in das Reich schaffen – sondern auch die Menschen aus den heidnischen Völkern. Die Botschaft Jesu vom Heil betont immer, dass es eben auch die Alternative gibt: Es gibt auch die Möglichkeit des Unheils. Und gleichzeitig zeugen seine Worte von der Offenheit des Herrn, der die Türe bewacht und womöglich doch nicht alle – und vielleicht nicht einmal „viele“ – abweisen wird. Die Worte Jesu sind Mahnung: Das Heil ist kein Automatismus. Sie sind aber auch Hoffnung: Es ist möglich.