News Bild „Werdet keine Einzelkämpfer: Haltet zusammen!“ Bischof Rudolf Voderholzer weihte sechs junge Menschen zu Diakonen in Cham

„Werdet keine Einzelkämpfer: Haltet zusammen!“ Bischof Rudolf Voderholzer weihte sechs junge Menschen zu Diakonen in Cham

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Noch ist das neue Kirchenjahr ganz jung. Für die  Pfarrei St. Jakob kündigte es aber schon ganz Großes an - ihr wurde eine besondere Ehre zuteil: In der Chamer Stadtpfarrkirche wurde für das ganze Bistum Regensburg die diesjährige Diakonenweihe mit ihren ausdrucksstarken Riten und Zeremonien in feierlicher Weise begangen.

Am Samstag war für sechs angehende Priester der große Moment gekommen. Sie wurden zu dienenden „Gefährten Jesu“: Ab jetzt nehmen sie die Lebensform Jesu an: in Armut, Gehorsam  und Ehelosigkeit. Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer weihte sie im Rahmen der traditionellen Weiheliturgie, durch Handauflegung und Gebet, zu Diakonen. Dieses Datum, das dem heiligen Franz Xaver geweiht ist, eine weitere Besonderheit der Weihespendung. Schließlich ist die Vita dieses Kirchenmannes und Mitbegründer des Jesuitenordens eng verbunden mit der (Neu-) Verkündigung des Evangeliums: Sein Weg führte den hl. Franz Xaver bis nach Indien und China. Vorbereitet hatte er sich durch das Gebet, aber auch durch die Krankenpflege.

Auch ein gebürtiger Chamer unter den neuen Diakonen

Für St. Jakob ein weiterer Grund zur Freude: Mit Stefan Hackenspiel empfing auch ein gebürtiger Chamer die Weihe. Stefan Hackenspiel war in der Gemeinde nicht nur bekannt, sondern auch aktiv. Er hat verschiedene Aufgaben wahrgenommen, hat Kirchenführungen mit besonderen Akzenten durchgeführt, unter anderem auch die Heiligen der Kirche vorgestellt mit ihrer geschichtlichen Bedeutung und ihrem Bezug zu Cham. Zuletzt war er auch PGR-Sprecher. "Er ist also im besten Sinn des Wortes ein Kind der Gemeinde", freute sich Pfarrer Dieter Zinecker. "Für Viele ist dies eine gute und stimmige Entscheidung und sie freuen sich mit Stefan Hackenspiel. Gerade im PGR ist für mich spürbar, wie sich die Mitglieder freuen, im nächsten Jahr die Priesterweihe mitfeiern zu können und mitzuwirken an der Vorbereitung der Primiz." Die Chamer Mitglieder im Pfarrgemeinderat bedankten sich mit einer kleinen Erinnerung an sein Engagement für seine Arbeit: mit einem Schultertuch, einem Ansteckkreuz für den Anzug und einem Benediktionale.

Seine fünf „Kollegen“ waren Florian Frohnhöfer (Sulzbach-Rosenberg), Thomas Meier (Furth im Wald), Daniel Schmid (Burglengenfeld), Peter Stier (Neustadt an der Donau) und Frater Johannes Bosco Florian Ernstberger (Weiden-Neuenkirchen). Die Diakonenweihe ist für die Kandidaten des Priesterseminars die Vorstufe auf ihren Weg zum Priesteramt. Hier werden sie zu „Gefährten Jesu": "Wer tief in Christus verwurzelt ist, kann weit ausgreifen. Der hat Halt und dem wird geschenkt, das Evangelium zu verkünden bis an die Grenzen der Erde, die heute vielleicht direkt vor der Haustüre liegen", bestärkte Bischof Voderholzer seine neuen Diakone. Das Regensburger Kirchenoberhaupt empfahl den angehenden Priestern aber auch eine rege Kommunikation untereinander aufrecht zu erhalten, indem er auf den Briefkontakt zwischen den Heiligen Ignatius und Franz Xaver verwies: "Die Jesuiten hielten untereinander Kontakt. Sie waren keine Einzelkämpfer. Auch ohne Email, SMS und ohne Whatsapp und die vielen anderen Möglichkeiten der heutigen Kommunikation. Handgeschriebene Briefe und das Gebet für einander: das sind ‚social media‘, die diesen Namen wirklich verdienen!", riet Bischof Rudolf den neuen Diakonen. "Haltet zusammen, pflegt den geistlichen Austausch.  Der Ordensmann unter euch wird sich da noch leichter tun. Aber auch für euch wird es eine Frage des menschlichen und geistlichen Überlebens sein, wie ihr auch die Mitbrüderlichkeit pflegt und euch gegenseitig im Dienst stärkt und stützt!"

<link file:8962 _blank download von bischof>Die gesamte Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer zur Diakonweihe können Sie hier nachlesen .

Auf die Diakone kommen spannende Monate zu

Die Diakone werden bis Ostern fast ausschließlich in den Praktikumspfarreien und üben dort ihren Dienst als Diakone aus: sie werden zum Predigtdienst mit herangezogen, übernehmen Beerdigungen, werden ihre ersten Taufen spenden usw. Im Mai und Juni folgt noch einmal ein Ausbildungsblock im Seminar, der mit dem sog. Cura-Examen abgeschlossen wird. Dazwischen gehen die Diakone zum Ende ihrer Ausbildung im Priesterseminar Ende April auf Wallfahrt ins Heilige Land. „Zusammen mit der Arbeit und Ausbildung in den Schulen, der Arbeit in der Pfarrei, der Ausbildung im Seminar und den Vorbereitungen der Priesterweihe und der Primiz in den Heimatgemeinden“, weiß Regens Martin Priller,  „bedeutet das für die Diakone eine sehr dichte und spannende Zeit in den nächsten Monaten.“

Jeder der Kandidaten hatte an diesem Tag seinen persönlichen Weg zu Gott gefunden. „Wenn ich mich zurückdenke an meine Diakonweihe: Irgendwie konnte ich das Ganze nicht so richtig realisieren. Es waren so viele Eindrücke“, erinnerte  sich Pater Felix (Kloster Windberg) an seine Weihe vor einem Jahr. „Erst als ich dann am Boden vor dem Bischof lag, konnte ich im Zwiegespräch mit Gott mich richtig darauf einlassen.“ Die Kirchenbänke der barocken Kirche „St. Jakob“ waren bis zum letzten Platz gefüllt. Viele Besucher wohnten der zweistündigen Feier zur Spendung des Weihesakraments im Stehen bei, darunter auch viele sehr junge Gesichter: „Das hat mich wirklich sehr beeindruckt“, schilderte Edeltraud Schmidbauer ihre Eindrücke. „Sehr konzentriert und interessiert haben die Jugendlichen das, was da vor sich ging, verfolgt“. Für die beiden Chamer war es sehr bedeutsam, dass der Sohn des früheren Bürgermeisters, Leopold Hackenspiel, seine Weihen in St. Jakob mit seinen weiteren Kollegen aus dem Priesterseminar in der oberpfälzischen Stadt empfing.  „Das freut uns ungemein und macht uns auch sehr stolz“, kommentierte ihr Ehemann Josef, „dass Cham für die diesjährige Diakonweihe ausgesucht wurde.“ Ein Umstand, der auch in den lokalen Medien seinen Niederschlag fand. Aber nicht nur die Chamer waren stolz auf „ihren“ Diakon: Nach der Weihe wurden alle von Angehörigen und entsandten Delegationen aus den Pfarrgemeinden mit großem Applaus und strahlenden Gesichtern auf dem Kirchenvorplatz in Empfang genommen.  In ihren Praktikumsgemeinden werden sie, nach der  vierwöchigen Vorbereitungsklausur im Priesterseminar, schon wieder dringend erwartet: „Ich freue mich wirklich schon auf Montag“, strahlte die Pfarrköchin Barbara Uhlworm aus der Pfarrei St. Vitus, „wenn Daniel wieder nach Bad Kötzting kommt!“

Umrahmt wurde die Feier der Diakonenweihe vom Pfarrcäcilienverein St. Jakob und Streichern unter der Leitung von Hermann Seitz und den Scholaren aus dem Alumnat des Priesterseminars St. Wolfgang Regensburg. Gemeinsam mit der Organistin Rosemarie Büchner wurde ein würdevoller musikalischer Rahmen mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart gestaltet.

 

Konkret: Die Diakonenweihe 2016

Mit der Vorstellung und Erwählung der Weihekandidaten begann die Spende des Sakraments, nach Eröffnung und liturgischen Gruß durch Hwst. H. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Der Regens Martin Piller rief die Kandidaten mit Namen auf. Wie der junge Samuel den Herrn im Tempel rief (1 Sam 3,4) traten die Weihekandidaten vor ihren Bischof: „Hier bin ich!“. Im Namen der Kirche bat der Regens um die Erteilung der Weihe und bezeugte die Würdigkeit der Kandidaten. Die Gemeinde bekundete ihre Zustimmung. Vor dem Empfang der Weihe zum Diakon wurden die jungen Menschen nach ihrer Bereitschaft gefragt, sich in den Dienst der Kirche nehmen zu lassen: Ihren Dienst zur Unterstützung des Bischofs und der Priester auszuüben. Und das Evangelium in Wort und Tat zu verkünden. Den Armen und Notleidenden zu helfen. Sie gaben dem Bischof zudem das Versprechen, ihr Amt in Ehrfurcht und Gehorsam auszuüben.

Das tiefste Wesen der Kirche ist die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott. Im Rahmen der Weihehandlung innerhalb der Heiligen Messe legten sich die Kandidaten vor dem Altar auf den Boden. Dies geschieht zum Zeichen, dass sie sich ganz Gott übereignen möchten. Im Miteinander und Füreinander sind alle in der Welt, die an Christus glauben, verbunden; und mit jenen, die auf diesem Weg vorausgegangen sind. Zusammen mit der erbetenen Fürsprache der Heiligen wurde darum gebeten, die zum Diakondienst Erwählten zu segnen, zu heiligen und zu weihen. Seit den Zeiten der Apostel wird durch Handauflegung und Gebet die Gabe des Heiligen Geistes. Die Diakone empfangen die Handauflegung „nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung“. Sie sollen dem Volk Gottes in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinen Presbyterium dienen. Anschließend wurden die neugeweihten Diakone mit der Stola und der Dalmatik bekleidet. Durch diese Gewänder wird zum Ausdruck gebracht, dass sie nun ihren Dienst in der Liturgie ausüben. Den neugeweihten Diakonen wurde auch das Evangeliar von Bischof Rudolf überreicht. Damit sollte angezeigt werden, dass die Verkündigung des Evangeliums und die Auslegung des Glaubens zu den Aufgaben des Diakons zählt. Mit der Umarmung der Diakone besiegelte der Bischof die Aufnahme in das neue Amt. Dem Regensburger Oberhirten folgten alle Mitbrüder nach und heißen die neuen Diakone mit einer Umarmung so in ihrer Gemeinschaft willkommen.