gäste aus Myanmar im regensburger dom

Bistum Regensburg stärkt Bildung, Begegnung und Nothilfe in Myanmar

Zu Gast in Regensburg


Regensburg/Myanmar, 9. Juni 2026 

Seit 2001 verbindet das Bistum Regensburg eine gewachsene Beziehung mit der katholischen Kirche in Myanmar. Was mit der Finanzierung eines Stipendienprogramms für Laienchristen aus den Diözesen Myanmars begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem breiten Netzwerk aus Bildung, kirchlichem Austausch, zivilgesellschaftlicher Förderung, Begegnung und konkreter Hilfe in Krisenzeiten. In den vergangenen Tagen besuchte eine Delegation um den Erzbischof von Yangon, Charles Maung Bo, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in Regensburg.

Im Jahr 2001 sagte das Bistum Regensburg die Finanzierung des Stipendienprogramms für Laienchristen aus den Diözesen Myanmars zu. Die Assumption University und der KAAD vereinbarten damals die Zusammenarbeit in dem gemeinsamen Projekt. 2006 kam es zu einem Treffen zwischen Gregor Tautz, dem Myanmar-Beauftragten des Bistums Regensburg, und den ersten Absolventen der Assumption University aus dem Bistum Taunggyi. Diese gründeten dort einen Alumni-Verein und bauten eine Bildungseinrichtung auf.

Im Vorfeld des 10-jährigen Bestehens des Stipendienprogramms reisten 2010 der damalige KAAD-Vorsitzende Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der Asienreferent Dr. Heinrich Geiger, Generalsekretär Dr. Hermann Weber und der Myanmar-Beauftragte des Bistums Regensburg, Gregor Tautz, nach Yangon sowie an die Assumption University. 2011 wurde „MyanKAAD“ gegründet, die Vereinigung ehemaliger Studierender, die Aktivitäten innerhalb Myanmars koordinieren sollte. 2012 folgte in Yangon das erste MyanKAAD-Seminar unter dem Titel „Stärkung der Kapazitäten der Zivilgesellschaften in Myanmar“. Hintergrund war die innenpolitische Lockerung, durch die zivilgesellschaftliches Engagement wieder möglich geworden war. Die Alumni nutzten diese gesellschaftspolitische Gelegenheit.

2013 besuchten Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der KAAD-Asienreferent Dr. Heinrich Geiger und Gregor Tautz das Erzbistum Yangon sowie Projekte in ländlichen Gebieten. 2014 kam es in Regensburg zu einem Treffen mit Bischof Felix Lian Khen Thang aus dem Bistum Kalay. Im selben Jahr besuchte der damalige Erzbischof von Yangon und heutige Kardinal Charles Maung Bo den Katholikentag in Regensburg sowie Einrichtungen des Bistums. Beim Katholikentag an der Universität Regensburg fand zudem eine Podiumsdiskussion zum Thema „Christen bauen Brücken für die Zukunft in Myanmar“ statt. Beteiligt waren Charles Maung Bo, Dr. Gerhard Will vom German Institute for International and Security Affairs, Dorothee Schmidt vom Kindermissionswerk, Rosalin Mu als ehemalige Stipendiatin und Dr. Heinrich Geiger vom KAAD.

Ebenfalls 2014 wurde Generalvikar Michael Fuchs zu den Feierlichkeiten anlässlich des 500-jährigen Bestehens der katholischen Kirche in Myanmar eingeladen. Gemeinsam mit Dr. Thomas Rigl von der Fachstelle Weltkirche und dem Myanmar-Beauftragten Gregor Tautz informierte er sich über die Seelsorge im Erzbistum Yangon und im Bistum Pathein. Außerdem führte die Delegation Gespräche an der Assumption University in Bangkok.

2017 nahm das Institut Papst Benedikt XVI. am Interfaith Congress an der Assumption University teil. Das Thema lautete „Eine Begegnung von Ost und West – Philosophie und Religion“. Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Christian Schaller unter dem Titel „Die Welt, die Menschheit und Gott. Reflexionen mit Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. über die Dimensionen der Kultur“. Ebenfalls 2017 fand der Papstbesuch in Myanmar statt. Ruth Aigner von der Fachstelle Weltkirche und Gregor Tautz nahmen daran teil und bereiteten zugleich die Austauschreise nach Regensburg vor.

2018 organisierte das Bischöfliche Jugendamt gemeinsam mit der Fachstelle Weltkirche eine Goodwill-Reise nach Myanmar. 15 Teilnehmer nahmen daran teil. Vor Ort wurde die Reise vor allem von Mitgliedern von MyanKAAD organisiert. 2019 folgte eine Austauschreise von sieben Alumni aus Myanmar in das Bistum Regensburg. Begleitet wurden sie vom damaligen Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz von Myanmar, Bischof Noel Saw Naw Aye, und vom damaligen Generalvikar des Erzbistums Yangon, Francis Saw. Im selben Jahr wurde der Peter-Hünermann-Preis der KAAD-Stiftung im Rahmen der Jahresakademie an die Alumni-Vereinigung „MyanKAAD“ verliehen.

Die Corona-Pandemie veränderte 2020 die Planungen. Eine vorgesehene Austauschreise zur beruflichen Fortbildung von Alumni durch Praktika in Einrichtungen des Bistums Regensburg musste abgesagt werden. Die dafür vorgesehenen Mittel in Höhe von 31.000 Euro wurden stattdessen zur Unterstützung des Kampfes gegen das Coronavirus in Myanmar eingesetzt. Dort waren zahlreiche Alumni an Hilfsmaßnahmen beteiligt, die von den Diözesen organisiert wurden.

Mit dem Militärputsch am 1. Februar 2021 verschärfte sich die Lage in Myanmar dramatisch. Die geplante Feier zum 20-jährigen Bestehen des Stipendienprogramms konnte nicht stattfinden. Auch eine in Zusammenarbeit mit dem KAAD geplante Konferenz zur Rolle der katholischen Kirche im Demokratisierungsprozess in Myanmar musste abgesagt werden. Im Februar 2022 beteiligte sich das Bistum Regensburg an einer weltweiten Gebetsaktion zum Jahrestag des Putsches. Zugleich wurden 50.000 Euro an das Bistum Loikaw überwiesen, um nach dem Putsch Not- und Katastrophenhilfe sowie die Flüchtlingshilfe zu unterstützen.

2023 wurde die Verbindung erneut in Regensburg sichtbar. An Mariä Lichtmess feierte Erzbischof Marco Tin Win von Mandalay gemeinsam mit Bischof Rudolf in der Regensburger Niedermünsterkirche die Heilige Messe und berichtete über die Situation in seinem Land. Im selben Jahr wurden weitere 50.000 Euro dem Erzbistum Mandalay für Nothilfe zugunsten von Flüchtlingen zugewiesen.

Die Erfahrungen aus dieser langjährigen Partnerschaft zeigen, dass kirchliche Zusammenarbeit weit über finanzielle Unterstützung hinausreicht. Entscheidend sind Begegnung, gegenseitiger Respekt, kulturelle Sensibilität und die Stärkung lokaler Verantwortung. In einem medizinischen Erfahrungsbericht aus dem Umfeld des Krankenhauses St. Josef wurde zudem deutlich, wie wichtig Teamarbeit über Kulturen hinweg, Demut, Anpassungsfähigkeit und Improvisation sein können. Wenn ideale Ausstattung fehlt, werden klinische Fähigkeiten und Kreativität zu entscheidenden Werkzeugen. Nachhaltige Hilfe entsteht vor allem dort, wo lokale Teams ausgebildet und gestärkt werden. So steht über der Partnerschaft ein Satz, der ihre Grundhaltung gut zusammenfasst: „Die beste Hilfe ist die Hilfe, die sich selbst überflüssig macht.“

Hinweis: Ein Text zum aktuellen Besuch der Delegation aus Myanmar folgt hier in Kürze.
Text und Fotos: Dr. Stefan Groß

Chronologie der Beziehungen des Bistums Regensburg zur Katholischen Kirche in Myanmar 

2001

Finanzierungszusage des Bistums Regensburg für das Stipendienprogramm für Weltchristen aus den Bistümern Myanmars, Zusage der Assumption University und des KAAD zur Zusammenarbeit im gemeinsamen Projekt.

2006

Treffen von Gregor Tautz, dem Myanmarbeauftragten des Bistums Regensburg, mit den ersten Absolventen der Assumption University aus der Diözese Taunggyi, die dort eine Alumiorganisation gegründet und eine Bildungseinrichtung ins Leben gerufen haben.

2010

Der damalige Vorsitzende des KAAD Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Asienreferent Dr. Heinrich Geiger, Generalsekretär, Dr. Hermann Weber und der Myanmarbeauftragte des Bistums Regensburg Gregor Tautz besuchen Yangon und die Assumption University im Vorfeld des 10-jährigen Jubiläums des Stipendienprogramms.

2011

Gründung von „MyanKAAD“, der Vereinigung ehemaliger Studierender zur Vernetzung der Aktivitäten im Land

2012 

Erstes Seminar von MyanKAAD in Yangon mit dem Thema: „Strengthening Capacity of Civil Societies in Myanmar”. Hintergrund war, dass durch innenpolitische Erleichterungen zivilgesellschaftliches Engagement erst wieder möglich wurde und die Alumni diese gesellschaftspolitische Chance ergriffen haben.  

2013

Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner, der Asienreferent des KAAD Dr. Heinrich Geiger und der Myanmarbeauftragte des Bistums Regensburg Gregor Tautz besuchen das Erzbistum Yangon und Projekte auf dem Land.  

2014

Begegnung in Regensburg mit Bischof Felix Lian Khen Thang des Bistums Kalay.

Erzbischof Kardinal Charles Maung Bo zu Gast beim Katholikentag in Regensburg, Besuche in Einrichtungen des Bistums 

Podiumsgespräch beim Katholikentag an der Universität Regensburg zum Thema „Christen bauen Brücken für die Zukunft in Myanmar“ mit Kardinal Charles Maung Bo, Dr. Gerhard Will (Stiftung Wissenschaft und Politik), Dorothee Schmidt (Kindermissionswerk), Rosalin Mu (ehemalige Stipendiatin) und Dr. Heinrich Geiger (KAAD)

Generalvikar Michael Fuchs ist zu den Feiern anlässlich des 500. Jubiläums der katholischen Kirche in Myanmar eingeladen, er lernt zusammen mit Dr. Thomas Rigl von der Fachstelle Weltkirche und dem Myanmarbeauftragten Gregor Tautz die Seelsorge im Erzbistum Yangon und im Bistum Pathein kennen und führt Gespräche an der Assumption University in Bangkok.

2017 

Das Institut Papst Benedikt XVI. nimmt teil am Interreligiösen Kongress der Assumption University zum Thema: „Ein Treffen von Ost und West – Philosophie und Religion“. Der Eröffnungsvortrag von Dr. Christian Schaller hat das Thema: „Welt und Mensch und Gott. Reflexionen mit Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. über die Dimensionen der Kultur“.

Papstbesuch in Myanmar. Ruth Aigner von der Fachstelle Weltkirche und Gregor Tautz nehmen daran teil und bereiten die Begegnungsreise nach Regensburg vor. 

2018 

Begegnungsreise des Bischöflichen Jugendamtes und der Fachstelle Weltkirche mit 15 Teilnehmenden nach Myanmar, die vor Ort im Wesentlichen von Mitgliedern von MyanKAAD organisiert wurde. 

2019 

Begegnungsreise von sieben Alumni aus Myanmar mit dem heutigen Generalsekretär der Katholischen Bischofskonferenz Myanmars Bischof Noel Saw Naw Aye und dem damaligen Generalvikar der Erzdiözese Yangon Francis Saw in das Bistum Regensburg.

Der Preis der KAAD-Stiftung Peter Hünermann geht im Rahmen der Jahresakademie an die Alumnivereinigung „MyanKAAD“

2020

Eine geplante Begegnungsreise zur beruflichen Förderung der Alumni durch Hospitationen in Einrichtungen des Bistums Regensburg muss wegen Corona entfallen. Die dafür geplanten Mittel in Höhe von 31.000 € werden 2022 für den Kampf gegen Corona in Myanmar verwendet, wo zahlreiche Alumni in Hilfsaktionen der Bistümer engagiert sind. 

Februar 2021

Militärputsch am 1. Februar: Die geplante 20-Jahrfeier des Stipendienprogramms kann nicht stattfinden. Ebenso muss ein geplanter Fachkongress in Kooperation mit dem KAAD zur Rolle der katholischen Kirche im Demokratisierungsprozess in Myanmar entfallen.

Februar 2022

Beteiligung des Bistums an einer weltweiten Gebetsaktion zum Jahrestag des Putsches.

50.000 € gehen für Not- und Katastrophenhilfe nach dem Putsch in das Bistum Loikaw zur Unterstützung der dortigen Flüchtlingshilfe.

2023

An Lichtmess feiert Erzbischof Marco Tin Win von Mandalay den Gottesdienst mit Bischof Rudolf in der Regensburger Niedermünsterkirche und berichtet von der Lage in seinem Land.

50.000 € gehen für Flüchtlingsnothilfe an das Erzbistum Mandalay 

Anlässlich der Bischofsweihe von Bischof Celso Ba Shwe in der von der Flüchtlingsnot besonders betroffen Diözese Loikaw stellt das Bistum weitere 50.000 € für Not- und Katastrophenhilfe zur Verfügung. 

14.550 € gehen zur Flüchtlingshilfe an das Erzbistum Mandalay

Besuch von Bischof Celso Ba Shwe im Bistum Regensburg.

2024

Verlängerung der Finanzierung des Stipendienprogramms durch das Bistum Regensburg bis 2028. 

50.000 € gehen für Not und Katastrophenhilfe an das Erzbistum Mandalay

2025

Nach dem großen Erdbeben gehen aus dem Bistum Regensburg über Caritas international 150.000 € für Katastrophenhilfe nach Myanmar. 

2026 

Feier des 25-jährigen Jubiläums des Stipendienprogramms in Regensburg 

Statistik der Studierenden  

Seit Beginn der Förderung haben 70 Studierende ihre Studien in Thailand mit dem Bachelor- oder Masterabschluss erfolgreich beendet. Sechs studieren derzeit noch. Von den insgesamt 76 Studierenden sind 43 weiblich und 33 männlich. 

Die Summe der Corona-, Not- und Katastrophenhilfe

Vom Bistum Regensburg wurden seit 2020 insgesamt 395.500 € für Corona-, Not- und Katastrophenhilfe an die katholische Kirche in Myanmar gezahlt.



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